Play it safe - Wann ist ein Ehevertrag sinnvoll?

Aktualisiert: Apr 26


Ehevertrag! Das Killer-Wort bei Verliebten und Verlobten - so meint man.


Die Hamburger Luxus-Hochzeitsplanerin Nadine Metgenberg hat sich diesem durchaus wichtigen Thema angenommen und mit dem Anwalt Lukke Mörscher ein Interview geführt. Hier bleibt keine Frage zu diesem doch sehr emotionalem Thema unbeantwortet und am Ende des Artikels kann jedes Paar gut informiert für sich entscheiden, ob ein Ehevertrag für sie wichtig und richtig ist.


Wir übergeben das Wort.


Verliebt, verlobt, verheiratet – wer braucht dafür schon Verträge?

Glücklich bis ans Lebensende? Schön wäre es. Wie sehr erfreuten wir uns damals am

Liebesglück von vermeintlichen Celebrity-Traum-Ehepaaren wie Beauty-Milliardärin Kim

Kardashian und Sänger Kanye West. Dann der Schock für alle Romantiker: Jüngst gaben sie

ihre Scheidung bekannt. Ein Ehevertrag vorab war hier Standard. Aber nicht jedes Paar

schließt vor der Heirat einen Ehevertrag ab. Damit sich Finanzen und Feelings nicht

irgendwann in die Quere kommen und warum es sich lohnt, sich während der

Hochzeitsplanung neben Blumendekoration und Tortendesign auch mit dem wichtigsten

Vertrag seines Lebens auseinander zu setzen, klärt die Hamburger Luxus-Weddingplannerin

Nadine Metgenberg (46) im Gespräch mit Lukke Mörschner (47), Fachanwalt für Erbrecht

und Testamentsvollstrecker.


Metgenberg: In Deutschland heiraten jährlich rund 400.000 Paare, Tendenz steigend. Viele

Paare reden natürlich nicht gerne über das mögliche Scheitern einer Ehe, wenn sie gerade

ein gemeinsames Zusammenleben als Ehepaar planen. Aber es lassen sich ja auch immer

wieder Paare scheiden, leider.

Mörschner: Da haben Sie allerdings recht: In Deutschland wird regelmäßig jede dritte Ehe

wieder geschieden, im Schnitt nach 14 Ehejahren. Der Ärger fängt dann vor allem dort an,

wo im Vorfeld keine klaren Verhältnisse geschaffen wurden. Ich kann ja persönlich auch sehr

gut verstehen, dass man in dem Moment, wo man gerade das Versprechen gegeben hat,

sich für immer zu lieben und zusammen zu bleiben, nicht damit auseinandersetzen möchte,

was sein soll, wenn man sich trennt. Da steckt man automatisch irgendwie in einem

Dilemma. Aber Trennungen passieren. Da sind selbst Hollywood-Stars nicht vor gefeit. Die

meisten Paare befinden sich aber ja auch nicht in der aller ersten Liebesbeziehung, wenn sie

sich verloben. Aber ohne klare Regelungen kann es zu sehr unschönen, langwierigen und

kostenintensiven Auseinandersetzungen kommen.


Metgenberg: Wenn ich in Deutschland heirate ohne Ehevertrag, was gilt dann für mich?

Mörschner: Wer ohne Ehevertrag heiratet, lebt automatisch in einer Zugewinngemeinschaft.

Das bedeutet: Getrennte Vermögen - Alles, was den Eheleuten vor

der Eheschließung jeweils gehört hat, bleibt auch danach Eigentum des einzelnen

Ehepartners. Aber das, was in der Zeit der Ehe erwirtschaftet wird, muss im Falle einer

Trennung dann ausgeglichen werden. Mit dem Ehevertrag werden die gesetzlichen

Regelungen zu Güterstand, Unterhalt und Versorgungsausgleich abgeändert oder

ausgeschlossen. Trennt sich das Paar und es kommt zu einer Scheidung, gelten die

Vereinbarungen aus dem Vertrag, sofern sie nicht sittenwidrig sind. Das kann viele

Streitigkeiten im Nachgang ersparen. Gerade, wenn dann noch Kinder mit im Spiel sind, ist

es wichtig, ohne Rosenkrieg durch die Scheidung zu kommen.


Metgenberg: In der Verlobungsphase hängt der Himmel bekanntlich voller Geigen und

beide haben ihre rosarote Brille auf. Während der Hochzeitsplanung kann der Wunsch nach

einem Ehevertrag dann auch schnell mal zum Reizthema werden. Wie sollte ich vorgehen,

wenn ich mit meinem Verlobten nicht die gesetzliche Regelung anstrebe, sondern einen

Ehevertrag abschließen möchte?

Mörschner: Egal, wo Sie gerade in Ihrer Beziehung stehen, es ist immer sinnvoll, sich

Gedanken darüber zu machen, ob Sie einen Ehevertrag abschließen sollten. Wenn Sie sich

gerade mitten in der Hochzeitsplanung befinden, kann das Thema natürlich schnell ein